Ahmet Şik und Murat Sabuncu unter Auflagen frei

Ahmed Sik

 „Ich bin überhaupt nicht froh und ich möchte auch nicht, dass Sie froh sind, solange Akin Atalay weiterhin in Haft ist. Ich möchte lieber, dass Sie frustriert sind, denn Frustration wird uns helfen, aufrecht zu bleiben.“ (Ahmet Şik zu seiner Freilassung)

Im letzten Jahr hatte seine Frau den Günter-Wallraff-Preis für ihn entgegengenommen, jetzt ist er unter Auflagen frei: der Investigativjournalist Ahmed Şik.

Şik sowie der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung Cumhuriyet, Murat Sabuncu, sind am Samstagabend aus einem Gefängnis nahe Istanbuls entlassen wurden. Die Haftentlassung ist jedoch mit verschiedenen Auflagen verbunden. Die beiden Journalisten dürfen das Land nicht verlassen und müssen sich jeden Sonntag bei der Polizei melden. Damit ist die Gefahr nicht gebannt.

Der Prozess, in dem ihnen und weiteren Journalisten der „Verdacht auf Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ vorgeworfen wird, geht am 16. März weiter. Mehr als 400 Tage hatten die beiden Journalisten in Untersuchungshaft verbracht. Was genau zu der Haftentlassung führte, bleibt derweil unklar. Der Herausgeber von Cumhuriyet, Akin Atalay, kam indessen nicht frei.

Als Şik nach Verlassen des Gefängnisses von Reportern gefragt wird, ob er froh sei, entlassen worden zu sein, sagt er: „Ich bin überhaupt nicht froh und ich möchte auch nicht, dass Sie froh sind, solange Akin Atalay weiterhin in Haft ist. Ich möchte lieber, dass Sie frustriert sind, denn Frustration wird uns helfen, aufrecht zu bleiben.“

Foto: DLF/Fürst-Fastré
Günter-Wallraff-Preis 2017 für Ahmed Sik (Foto: DLF/Fürst-Fastré)

 

Ahmet Şik hatte im vergangenen Jahr den Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik erhalten, den stellvertretend seine Frau Yonca Verdioglu entgegengenommen hatte. Der Preis ist von der Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V. zusammen mit Investigativjournalist und INA-Ehrenmitglied Günter Wallraff gestiftet worden und wird jährlich vergeben.

„Die beiden Entlassungen sind wie eine sehr kurze Atempause, denn der Schau-Prozess geht ja schon in einigen Tagen weiter. Außerdem bleiben derzeit noch viele andere Journalistinnen und Journalisten inhaftiert, das dürfen wir nicht vergessen. Es ist wichtig, dass auch sie schnellstmöglich frei kommen.“, sagt INA- Geschäftsführer Prof. Hektor Haarkötter. Die INA engagiert sich auch im Rechtshilfefonds des deutsch-türkischen Kulturvereins in Köln, der Spenden zur Unterstützung der inhaftierten türkischen Journalistinnen und Journalisten sammelt. Die INA fordert die sofortige Freilassung aller inhaftierten Journalistinnen und Journalisten aus türkischer Haft und die Rückkehr zu Rechtstaatlichkeit und Einhaltung elementarer Menschen- und Bürgerrechte in der Türkei.

 

 

 

 

 

 

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