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Lokales Blog hartnäckiger als klassisches Medium -

Lokales Blog hartnäckiger als klassisches Medium

Im Lokalen können Blogs hartnäckiger sein als Lokaljournalisten. Ein Beispiel aus Homberg/Hessen zeigt, wie blinde Flecken sichbar gemacht werden. Als Weihnachtslektüre ein Beispiel aus Homburg in Hessen. Die Initiative Nachrichtenaufklärung wünscht ein frohes Fest!

In einer Halle des Forst- und Umweltdienstes Homburg wird nach der Sanierung des Daches im Mai 2010 Asbeststaub nachgewiesen. Der Nachweis wird von den lokalen Medien, der Bauaufsicht und der Staatsanwaltschaft nicht ernst genommen. Der Betreiber des lokalen Blogs „Der Homberger Hingucker“, Delf Schnappauf berichtet über die Sanierung. Seinen Belegen nach verlief sie ungenügend. Es werden weitere Gutachten erstellt. Nach dem sechsten Gutachten wird die Halle Mitte 2011 gereinigt: Nach Meinung des Blog-Betreibers noch immer unzureichend.

Die lokale Zeitung, die Hessische Niedersächsische Allgemeine Zeitung (HNA), begleitet den gesamten Vorgang mit acht Artikeln. Der letzte Artikel ist überschrieben mit dem Titel: Jetzt ist der Asbest-Streit entschieden. Er mündet in die Aussage des Forst- und Umweltdienstes, dass „zu keiner Zeit eine gesundheitliche Gefährdung vorgelegen habe, weder für Mitarbeiter noch für Mieter“.

Der Blog-Betreiber schreibt während der Zeit von Mitte 2010 bis Mitte 2011 insgesamt 25 Beiträge über das Thema. Er fotografiert, prüft die Vorschriften für die fachgerechte Sanierung und vergleicht sie mit dem Vorgehen der Sanierer vor Ort, recherchiert über beteiligte Firmen im Internet, kontaktiert Experten, lässt ein Gutachten erstellen, prüft die anderen Gutachten und kritisiert sie, deckt Verbindungen von der Kreisverwaltung zum Forst- und Umweltdienst auf, die vor Ort noch andere Missstände verursachen könnten.

Außerdem versucht er, überregionale Medien auf das Thema aufmerksam zu machen. Er bekommt Absagen. Eine Begründung: Wenn es ein Kindergarten wäre, wäre es interessant.

Auch bei der Initiative Nachrichtenaufklärung fragt er an. Weil die Halle inzwischen saniert ist, und weil das Thema durch den lokalen Blog in die öffentliche Arena gekommen ist, wird Homberg und sein Asbest auch nicht unter die Top-Zehn der INA-Themen gelangen. Für Homberg und das Asbest ist das allerdings gut, denn es hatte Aufmerksamkeit.

Es könnte ein beliebiger Ort sein, ein beliebiges lokales Thema: Immer gibt es jemanden, der besser Bescheid weiß als die lokale Presse, der andere Sichtweisen verfolgt, mehr Zeit hat, sich mehr traut oder einfach nicht dem täglichen Input der Vereinsnachrichten und Offenbarungen der örtlichen Parteien bzw. Funktionäre unterliegt.

Früher hat dieser jemand seine Meinung am Stammtisch preisgegeben, musste nichts belegen, hatte Für- und Gegensprecher als Gegenüber, aber diese Öffentlichkeit war alles, was er hatte.

Der Stammtisch ist ins Internet gewandert. Stammtischgespräche werden in Blogs verewigt, Vorwürfe werden belegt, in den Kommentaren entsteht eine Diskussion, die Ängste wiedergibt, Betroffenen Raum gibt, mehr Wissende anlockt. Gerade im Lokalen, wo die Berichterstattung unter zu wenig Konkurrenz leidet, wo die Protagonisten sich kennen und die Wege kurz sind, können Blogs wachsen, die sich nicht nur auf Internet-Zitate stützen und die wirkmächtige Diskussionen anregen.

Blogs können und werden die Lokalzeitungen nicht ersetzen, sondern ergänzen und beobachten. Vermutlich werden Blogs eher politische und skandalumwehte Themen bearbeiten und die bunten Themen auslassen, all jene Nachrichten von Chorfahrten, Abiturfeiern und die Stories aus den Kindergärten. Diese Nachrichten sind für das lokale soziale Leben wichtig. Doch auch bei den politischen Themen können Lokaljournalisten punkten, nur müssen sie allen Seiten gegenüber offen sein und trotz nachbarschaftlicher Freundschaft auch kritisch. Objektivierung und Orientierung soll innerhalb des Artikels Platz finden. In Blogs übernehmen das oft die Kommentare.

In den Kommentaren zum Blog von Delf Schnappauf ist abzulesen, dass dort, wo jeder jeden kennt, ein Whistleblower schnell zum Querulanten gestempelt wird. Andererseits wird jede persönliche Beziehung eines Journalisten zu einem Funktionär schnell bemerkt und verurteilt, wenn sie sich auf die Berichterstattung auszuwirken scheint.

1 Kommentar zu Lokales Blog hartnäckiger als klassisches Medium

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