
Im Rahmen des Kölner Forums für Journalismuskritik wurde der Günter-Wallraff-Preis für Pressefreiheit und Menschenrechte verliehen. Die Auszeichnung ging an die Organisation HateAid, die sich gegen digitale Gewalt und für den Schutz von Betroffenen im Netz einsetzt. Moderiert wurde die Preisverleihung von INA-Vorstandsmitglied Marlene Nunnendorf, die zu Beginn auch an die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger erinnerte.
Birgit Wentzien, ehemalige Chefredakteurin des Deutschlandfunks und Ehrenmitglied der INA, betonte in ihrer Rede die Bedeutung von Meinungsfreiheit und Demokratie. Trotz politischer und gesellschaftlicher Herausforderungen müsse der Einsatz für freie Medien und demokratische Werte fortgesetzt werden. Sie verwies außerdem auf die zunehmenden Probleme durch digitale Gewalt, Zensur und die Macht großer Plattformen. Organisationen wie HateAid würden hier wichtige Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit leisten.
Günter Wallraff hob in seiner Laudatio hervor, dass das von den USA gegen die beiden Geschäftsführerinnen Anna-Lena von Hodenberg und Josephine Ballon verhängte Einreiseverbot zeige, dass Engagement für Menschenrechte in bestimmten Systemen als gefährlich eingestuft werde. „HateAid unterstützt Menschen, die im digitalen Dschungel angegriffen, eingeschüchtert, öffentlich herabgewürdigt und zum Schweigen gebracht werden sollen, und gibt ihnen ihre Stimme zurück“, sagte Günter Wallraff.
Stefanie Zacharias, Leiterin der Beratung bei HateAid, machte deutlich, wie stark Menschen unter digitaler Gewalt leiden. Besonders Frauen seien häufig von Hass im Netz oder Deepfakes betroffen und benötigten Unterstützung. Gleichzeitig kritisierte sie, dass Fördergelder und Programme zur Demokratieförderung zunehmend gekürzt würden. Die Auszeichnung verstehe man deshalb auch als Zeichen der Hoffnung und Unterstützung für die weitere Arbeit gegen digitale Gewalt.
Mit der Auszeichnung unterstreicht die INA, dass der Schutz vor digitaler Gewalt heute untrennbar mit Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und demokratischer Teilhabe verbunden ist.
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