Kölner Forum für Journalismuskritik 2026: Diskussion zum Thema „Demokratie- und Medienkrise – Was kann die Gesellschaft tun?“

Beim Kölner Forum für Journalismuskritik wurde im Programmpunkt „Demokratie- und Medienkrise – Was kann die Gesellschaft tun?“ darüber diskutiert, wie Demokratie, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Journalismus gestärkt werden können. Gäste waren Sr. Emmanuela Kohlhaas, Ordensfrau und Autorin, Ewald Lienen, ehemaliger Fußballspieler und Trainer, sowie Sänger Juri Rother.

Sr. Emmanuela Kohlhaas betonte, dass Politik und Journalismus stärker von gemeinsamen Werten geprägt sein sollten. Demokratie brauche Menschen, die sich nicht nur für die eigene Meinung, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander interessieren. Außerdem kritisierte sie eine zunehmend negative Grundhaltung in der Gesellschaft und im Journalismus. Ihrer Meinung nach brauche es mehr Hoffnung, Dankbarkeit und Interesse am anderen.

Ewald Lienen sprach über gesellschaftlichen Stress und fehlende echte Auseinandersetzung mit Problemen. Viele Menschen wollten vor allem die eigene Meinung durchsetzen, ohne auf das große Ganze zu achten. Besonders Talkshows kritisierte er als oft oberflächlich und wenig lösungsorientiert. Zudem warnte er davor, dass Politik zunehmend zur Karriere werde und der Bezug zur Lebensrealität vieler Menschen verloren gehe. Demokratie sei nicht selbstverständlich, sondern müsse gelernt und gelebt werden.

Juri Rother erklärte, dass soziale Medien häufig das Gefühl vermitteln würden, sich radikalisieren zu müssen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Deshalb sei es wichtig, die eigene Bubble zu verlassen und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen. Gleichzeitig sprach er sich für eine verständlichere Sprache im Journalismus aus, damit mehr Menschen erreicht werden können.

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