Wallraff gegen Bild-Diekmann 4:1

Foto: Andi Weiland/www.realsatire.de
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Es war der „Schlagabtausch des Jahres“, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb. Der Herausgeber der Bildzeitung, Kai Diekmann, maß sich mit INA-Jury-Mitglied Günter Wallraff, und das ausgerechnet in Wallraffs Paradedisziplin, dem Tischtennis.

Foto: Andi Weiland/www.realsatire.de
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Zu dem ungewöhnlichen Match kam es aufgrund einer Crowdfundingaktion des Onlinemagazins realsatire.de: Wer 1.111,-Euro locker machen wollte, konnte gegen Günter Wallraff am grünen Tisch eine Partie wagen. Diekmann griff sofort zu. Dies sei eine „wunderbare Gelegenheit“ , ein schwieriges Verhältnis „auf eine sportliche Art aufzulösen“, wird der Bild-Herausgeber zitiert. Das war allerdings, bevor Wallraff ihn von der Platte putzte.

Wallraff, der als Journalist unzählige Male in die Offensive gegangen ist, bevorzugt beim Tischtennis die defensive Taktik. Mit seinem vierzig Jahre alten Noppenschläger hält er Diekmann in Schach. Der wundert sich während der Partie, ob Wallraffs Tischtennisplatte vielleicht schmaler sei als handelsübliche. Von vier Sätzen gewinnt Bild-Diekmann nur einen. Die ganze Partie dauerte gerade mal 23 Minuten, dann hat Wallraff sie 4:1 in Sätzen für sich entschieden.

Foto: Andi Weiland//www.realsatire.de
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INA-Jurymitglied Wallraff stellte schon vor der Partie klar, dass er Kritiker der Bildzeitung bleibe. 1977 hatte der Kölner Journalist sich unter dem falschen Namen Hans Esser in die Hannoveraner Bild-Redaktion eingeschleust und anschließend in dem aufsehenerregenden Buch „Der Aufmacher“ über die Praktiken der Boulevardjournalisten geschrieben.

2 Kommentare zu Wallraff gegen Bild-Diekmann 4:1

  1. Netter PR-Gag. Ich sehe zwei alte Männer, die in Zeitlupe Tischtennis spielen und sich verhalten, als gehe es um den Ironman.

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