K.O.-Tropfen: Mit einem Klick zum Sexualdelikt

Quelle: n-tv

Viele wissen, dass Sexualdelikte oft mit dem Einsatz von K.O.-Tropfen einhergehen. Einer Person werden die sogenannten K.O.-Tropfen in ein Getränk getan, sodass diese wehrlos ist und  für sexuelle Gelüste ausgenutzt werden kann. Wie einfach K.O.-Tropfen heutzutage im Internet bestellt werden können, war im August das „vergessene Thema des Monats“, dass die INA e.V. zusammen mit dem Branchenmagazin Der Journalist kürt.

Der Kölner Stadtanzeiger griff dieses Thema, das auch durch den Fall von Gina-Lisa Lohfink in die Medien gerät, in einem Artikel  über eine betroffene Frau auf. Lisa Müller wurde mithilfe von K.O.-Tropfen von einem Bekannten zum Sex vor Filmkameras verleitet.

K.O.-Tropfen bestehen in den meisten Fällen aus der Substanz Gamma-Butyrolacton (GBL), welche schon in einer geringen Dosierung enthemmend und sexuell stimulierend wirken kann. Wird der Stoff in größeren Mengen verabreicht, kann es bei dem Opfer zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung führen. Nach dem Arzneimittelgesetz ist es in Deutschland verboten die Substanz zu Konsumzwecken zu verkaufen. Doch im Internet kann jeder ohne großen Aufwand einen halben Liter K.O.-Tropfen für etwa 50 Euro aus den Niederlanden bestellen. Die Behörden sind machtlos. Man könne nur hoffen, dass die Hersteller verantwortungsvoll mit dem Mittel umgehen würden.

In dem Artikel beschriebenen Fall von Lisa Müller verabreichte der Bekannte die K.O.-Tropfen mithilfe eines frisch abgespülten Glases, in welchem die Tropfen nicht auszumachen waren.

Durch die Einnahme der Substanz GBL sind die Frauen wehrlos und können sich danach kaum mehr an den Vorfall erinnern. Meist trauen sich die Betroffenen aufgrund der lückenhaften Erinnerungen nicht, Anzeige bei der Polizei zu erstatten oder in ein Krankenhaus zu fahren. Doch der Besuch im Krankenhaus ist wichtig: Nur maximal zwölf Stunden können Ärzte die Substanz im Körper nachweisen und somit Beweise für eine Straftat sichern. Die Täter werden deshalb selten bestraft.

So auch bei Lisa Müller. Sie ist unsicher darüber, was am Abend passiert ist, fährt nicht ins Krankenhaus oder zur Polizei. Erst nach einiger Zeit wendet sie sich an eine Frauenberatungsstelle und wird sich immer sicherer, dass ihr an dem Abend Tropfen ins Getränk gemischt wurden. Die Polizei kann aufgrund des langen Zeitabstandes zwischen der Tat und der Anzeige keine Ermittlungen aufnehmen. Inzwischen hat Lisa Müller eine Selbsthilfegruppe für Frauen gegründet, die ebenfalls Opfer von Sexualdelikten durch K.O.-Tropfen wurden.

 

 

 

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