Sher Baz Khan

Khan arbeitete mehr als acht Jahre lang als Reporter für Pakistans bedeutendste englischsprachige Tageszeitung DAWN. Seit 2009 forscht er mit einem Doktoranden-Stipendium des DAAD über das visuelle und textuelle Framing des “Krieges gegen den Terrorismus” in pakistanischen, afghanischen und iranischen Tageszeitungen. Für die School of Humanities and Social Sciences (SHSS) der Jacobs University Bremen untersucht er zudem die Kriegsberichterstattung in den Konfliktregionen Afghanistan und Paktistan.

“Medien wurden schon häufig für Meinungsmache, Manipulationen, Betrug, Propaganda und Eingebettetsein kritisiert. Dass bestimmte Themen, die für Teile der Bevölkerung, eine Gesellschaft oder die gesamte Menschheit lebenswichtig sein können, überhaupt nicht in den Medien vorkommen, wird dagegen oft übersehen. Es ist deshalb besonders wichtig, zu beobachten, wann und wie Medien bestimmte Themen ignorieren. Ein Beispiel, das ich dafür als Journalist vor Augen habe: Die urbane und ländliche Gewalt im aktuellen “Anti-Terror-Krieg” in Afghanistan und Pakistan. Während der Fokus der Medien auf der Gewalt in den Städten liegt, die von militanten Kämpfern ausgeht, bleibt der staatlich verursachte Terror in den abgelegenen ländlichen Regionen in den Medien unsichtbar – woraus man folgern kann, dass die Dinge, die in den Medien unsichtbar bleiben, vielleicht niemals Teil des öffentlichen Gedächtnisses und Diskurses werden können. Dass die INA daran arbeitet, die blinden Stellen der Medien im Auge zu behalten, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Denn es hilft sowohl den Journalisten als auch der allgemeinen Öffentlichkeit ihre Augen offen zu halten.”